Mitarbeiterberichte aus Jimma

Nadine

Ich bin seit anfangs Januar 2020 als Ärztin in Jimma, Äthiopien im Einsatz und es sind nun bereits 6 Wochen meines 3-monatigen Einsatzes vorbei und ich bin um viele schöne Erfahrungen reicher.

Der afrikanische Kontinent stellte für mich zu Beginn meiner Reise kein Neuland dar, wohl aber das Land Äthiopien, das ich bisher nur vom Hörensagen als wunderschönes Land mit jedoch einigen Herausforderungen wirtschaftlicherseits kannte. Ich machte mich unvoreingenommen auf den Weg und offen für Neues.

Afrika erweist sich auch in Äthiopien wie so oft als Kontinent der Extreme. Es fordert einem im Alltag einiges ab, aber gibt einem auch vieles zurück. Die Menschen hier haben wenig und sind dennoch herzlich und bereit zu teilen. Die junge Generation, wie ich sie in Form der hoch motivierten Assistenzärzte am Unispital in Jimma kennen lernen durfte, möchte das Land weiter bringen und nur die wenigsten scheinen die «Flucht» ins Ausland zu suchen. Dr. Joseph, ein junger Assistenzarzt, verfolgt zum Beispiel das Ziel nach seiner Ausbildung in sein Dorf zurück zu gehen, um dort als ausgebildeter Unfallchirurge den Bewohnern der abgelegenen Region helfen zu können, die sich eine Fahrt ins Zentrum nicht leisten können.

Die Menschen sind sehr verbunden mit ihrer Geschichte und ihrem Land und stolz auf das schon Erreichte. Ich empfinde es als Privileg, die jungen Assistenten auf diesem Weg ein Stück weit begleiten zu dürfen. Das Arbeiten unter einfachsten Bedingungen mit nur beschränkten Ressourcen ist eine tägliche Herausforderung, aber bringt auch mich fachlich weiter. Man muss anders an Operationen herangehen. In Äthiopien geht es nicht darum, sich über Probleme zu beklagen, von denen es wahrlich genug gibt. Viel wichtiger ist es Lösungen zu finden. Das gilt für den Alltag hier, wie auch für das tägliche Arbeiten im Spital.

Aber es macht eine Menge Spass. Und am Ende lernen beide Seiten voneinander. Ich freue mich nun auf die zweite Hälfte meines Aufenthalts und hoffe schon jetzt, eines Tages wieder kommen zu dürfen.

Ich bin Céline und arbeite seit knapp 3 Jahren als Physiotherapeutin. Auf das Gostar-Projekt bin ich auf der Suche nach einem “Freiwilligeneinsatz” gestossen, welcher mir bereits seit Abschluss meiner Ausbildung vorschwebte. Als ich von der Stiftung und ihrem Einsatz in Jimma erfahren habe, hatte ich das Gefühl, das richtige gefunden zu haben.

Mit meiner Arbeit im Gostar-Projekt möchte ich meine Ressourcen dort einsetzen, wo sie nicht selbstverständlich sind und auch für mich wertvolle Erfahrungen in meiner weiteren Entwicklung als Physiotherapeutin sammeln.

Ich blicke meinen Aufgaben in Jimma mit gemischten Gefühlen entgegen. Die grosse Unsicherheit, was mich erwartet und wie ich mit dem Erlebten umgehen werde, wechselt sich ab mit der Freude auf ein neues Land, eine neue Kultur und neue Menschen, denen ich mit meinem Wissen und meinen Fähigkeiten helfen kann.

Im Oktober 2019 habe ich meinen 3 monatigen Einsatz als Reversed Fellow für das Schweizer „Gostar“ Projekt in Jimma, Äthiopien angetreten. Vor Ort hat mich mein Kollege Dr. Falk Nessenius in Empfang genommen. Nach einer Woche Einführung in die örtlichen Gegebenheiten und Übergabe im Spital, ist Dr. Falk in die Schweiz zurück gekehrt.

Als Oberarzt bin ich in der Allgemein- und Unfallchirurgie am Luzerner Kantonsspital tätig. Nach meinem Studium in Deutschland habe ich meine chirurgische Ausbildung in der Schweiz, vor allem am Luzerner Kantonsspital unter der Leitung von Prof. Metzger und Prof. Babst, absolviert.

Im Rahmen eines humanitären Einsatzes mit dem „Swiss Surgical Team“ war ich 2013 in Nigeria tätig. Seither bestand der Wunsch, nochmals mit einer Hilfsorganisation, Menschen in ärmeren Regionen medizinisch zu unterstützen. Das Gostar Projekt hat in den vergangenen Jahren u.a. mit Kollegen aus dem Luzerner Kantonsspital zusammen gearbeitet. Aufgrund der guten Erfahrungen, habe ich nach einer Anfrage durch die Organisation, meine Teilnahme zugesichert.

Ich freue mich auf die spannenden Herausforderungen, sowohl medizinischer als auch kultureller Art, und hoffe mein Wissen mit den Kollegen vor Ort teilen zu können. Die Ausbildung der jungen Kollegen am Medical Center der Universität Jimma, sowie die Vermittlung unserer westlichen Standards werden meinen Alltag bestimmen. Die traumatologische Behandlung unter minimalistischen Arbeitsbedingungen wird eine anspruchsvolle Aufgabe.

Berufliches Highlight für dich – humanitärer Einsatz in Jimma

Wir suchen für unsere Projekte in Jimma fachlich ausgewiesene medizinische Fachkräfte, insbesondere Chirurgen, Operationsschwestern und Physiotherapeuten.

Hast Du Interesse an fremden Kulturen, aber auch Freude an beruflichen Herausforderungen und bist an einem mehrmonatigen Einsatz in Jimma interessiert? Dann freuen wir uns auf Deine Kontaktnahme.


Personal- und Gästehaus

Bis 2016 wurden unsere Schweizer Ärzte und das medizinisches Fachpersonal in gemieteten Häusern oder in Hotels in Jimma mit zum Teil prekären hygienischen und sanitären Bedingungen untergebracht. Nach einem intensiven und meist physisch und psychisch anstrengenden Arbeitstag bestand für die erschöpften Mitarbeitenden kaum eine Rückzugsmöglichkeit für Erholung und Entspannung.

Im Jahre 2016 haben wir unser “Gostar Personal- und Gästehaus in unmittelbarer Nähe zum Spital eröffnet. Die Lebenssituation unseres Einsatz-Personals in Jimma hat sich dadurch drastisch verbessert. In diesem 9-Zimmerhaus werden unsere Mitarbeitende von unserer guten Seele in Jimma, der einheimischen Mrs Negathe bestens umsorgt und betreut.

Kontakt

GO STAR | Stiftung Schweizer Chirurgen in Äthiopien
c/o Luzerner Kantonsspital
Spitalstrasse 16
CH-6000 Luzern

Spendenkonto

Postkonto 60-334455-9
IBAN CH62 0900 0000 6033 4455 9

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